Je 1 Tüte der folgenden Sorten: Buschbohne ’Hinrichs Riesen‘, Stangenbohne ’Mombacher Speck‘, Radieschen ’Cherry Belle‘, Markerbse ’Alderman‘, Mairübchen ’Schneeball‘, Möhre ’Lobbericher‘, Pflücksalat ’Amerikanischer Brauner‘ und Freilandgurke ’Delikateß‘.
Was den Vegetationszyklus von Gemüsepflanzen angeht, so haben Bauern und Tiefkühlindustrie auf der einen und Selbstversorger auf der anderen Seite ganz konträre Interessen: Erstere wünschen, daß die Fruchtreife aller Pflanzen möglichst an einem Tag eintritt, damit die Maschinen was zu fressen haben; letzteren wird solch sturzbachgleicher Erntesegen leicht zum Fluch. Züchterisch haben sich, klar, die Bauern durchgesetzt. Hier kommen alte Gartensorten, die den ihren – so wie es sein soll – nach und nach in Schüben spenden.
Deutsche, ehemals weitverbreitete Züchtung von 1889. Fadenlose Buschbohne mit gelben, flachen Hülsen, z.T. rot gefleckt. Sehr guter Geschmack, früher, guter Ertrag. Die Sorte ist Bestandteil des ostfriesischen Nationalgerichts „Updrögt Bohnen“, dort auch als Speckbohnen bekannt. Aussaat von Anfang Mai bis Anfang Juni ins Freiland.
Eine seit 1928 bewährte, noch recht verbreitete deutsche Sorte von kräftigem Wuchs und mit dichtem, gleichmäßigem Behang. Die bis 25 cm langen Hülsen sind rund, vollfleischig und – in jungem Zustand gepflückt – völlig fadenlos. Die Sorte kann bis Ende Juni (ab Mitte Mai) ausgesät werden; die Blütezeit fällt dann nicht in die sommerliche Hitzeperiode, was für einen guten Fruchtansatz wichtig ist.
Französische Sorte, die hervorragend für den ganzjährigen Anbau geeignet ist, da sie weder weich noch pelzig wird und nicht zum Platzen neigt. Sie kann von April bis August ausgesät und von Mai bis Oktober geerntet werden. Die Rübchen sind von gutem, würzigem Geschmack, knackig und mild. Auch die jungen Blätter schmecken in Blattsalaten.
Diese englische Sorte von 1890 bildet eine Masse langer Schoten; die großen Körner sind von feinem, süßem Geschmack und besonders für den Frischverzehr geeignet. Aussaat von Anfang April bis Anfang Juni ins Freiland.
Mairübchen kann man auf zweierlei Arten nutzen: mit etwas Abstand gesät entwickeln sich die kleinen weißen Rüben mit feinem Kohlrabigeschmack, eng gesät entwickeln sich nur Blätter, die, gehackt und gedünstet, das sogenannte Stielmus ergeben, eine Spezialität in Rheinland und Westfalen. Sie sind fast das ganze Jahr anzubauen (Aussaat von April bis August ins Freiland) und eignen sich gut als „Lückenfüller“ im Gemüsebeet.
Anfangs als Tierfutter gezüchtet, hielt diese saftige, schmackhafte, sehr würzige Möhre Ende des 19. Jahrhunderts Einzug in die niederrheinische Küche und ist seitdem in Deutschland und der Schweiz eine der beliebtesten Eintopf-Möhren. Sehr gute Lagermöhre.
Pflücksalate eignen sich besonders gut für den Hausgarten, da sie fortlaufend das ganze Jahr über beerntet werden können. Sie kamen Anfang des 19. Jahrhunderts aus Amerika zu uns. Aussaat von Anfang April bis Anfang August ins Freiland.
Die robuste alte Landsorte ’Delikateß‘ trägt früh und bildet lange, festfleischige Früchte mit wenig Samen. Eignet sich vorzüglich zum Einlegen und zum Frischverzehr; ausgereifte, gelbschalige Früchte werden gerne als Senfgurken eingelegt. Aussaat von Ende April bis Anfang Mai in Saatkisten unter Glas, ab Mitte Mai bis Mitte Juni ins Freiland.
Wir haben ein Sortiment altbewährter oder ungewöhnlicher Sämereien zusammengestellt: von deutschen und englischen Züchtern, die sich der Erhaltung der genetischen Vielfalt verschrieben und – das ist vor allem bei den Gemüsesämereien wichtig – viele Sorten wieder für den Hausgärtner zugänglich gemacht haben. Auf allen Tüten sind ausführliche Angaben zu Aussaat und Standortansprüchen aufgedruckt. Wir liefern in Portionstüten für den Hausgarten.
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25,00 Euro
Klassische Warenkunde von 1920