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900 Jahre Stift Klosterneuburg

Manufactum Editorial Klosterneuburg Stift Leopoldihof

„Das Leben des Menschen währt 70 Jahre, und wenn es hochkommt, sind es 80“; diese nüchterne Feststellung aus den Psalmen hat auch nach 3.000 Jahren noch ihre Berechtigung. Nach dieser Rechnung sind es schon zwölf Menschenleben, die das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg vor den Toren Wiens gesehen hat, nach Generationen schon mindestens das Doppelte. Und auch, wenn so der Zeitraum scheinbar etwas leichter zu erfassen ist, so zeigt sich seine faszinierende Ausdehnung wieder, wenn man das Gründungsdatum ins Auge faßt: das Jahr 1114.

Während wir heute einen scheinbar klaren Blick auf vergangene Ereignisse in akribischer Rekonstruktion historischer Fakten zu erhalten suchen, doch dann nicht selten ob der Fülle an Informationen feststellen müssen, dem Mosaik eigentlich zu nahe gekommen zu sein, und nur noch einzelne Punkte oder Pixel sehen, hatte das Mittelalter eine wunderbare Technik, ein Ereignis lebendig zu halten: die Sage oder Legende. Die Verbindung von historischem Datum und legendarischer Interpretation hat ihre Wirkung immerhin bis heute erhalten, denn noch immer ist die Gründung des Stiftes mit der sogenannten Schleierlegende verbunden.

Sie identifiziert den Ort, an dem Leopold III. am 12. Juni 1114 den Grundstein der Stiftskirche legte, mit jener Stelle, an der seine Frau Agnes ihren verloren geglaubten Schleier wiedergefunden hatte. Ein Wink des Himmels in einem alltäglichen Ereignis, der den Markgrafen zu einer bis heute folgenreichen Stiftung motivierte. Wer nach Klosterneuburg kommt, der kann schon bei der Anreise mit Blick auf das hochgelegene Stift die drei Bauphasen der Gotik anhand der Kirche, das späte Mittelalter (oben im Bild der Leopoldihof) und den barocken Komplex unterscheiden. Und das Stift ist bis heute sehr lebendig. Die knapp 50 Chorherren betreuen 26 Pfarreien, es gibt wissenschaftliche Institute, große forstliche Besitzungen und, nicht zu vergessen, das Weingut, dem wir mit „Gutes aus Klöstern“ schon seit 14 Jahren verbunden sind. Keine Frage, ein prachtvolles, ja herrschaftliches Kloster voller Geschichte und Kunst, doch auch ein faszinierendes Beziehungsgefüge von Kirche und Welt, ein „Refugium und Freiraum des Miteinanders“, wie es der Leiter des Stiftes, Propst Bernhard Backovsky, unlängst beschrieben hat.

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Manufactum Editorial Klosterneuburg Stift Leopoldihof

Das älteste Weingut Österreichs.
Als mittelalterlicher Herrscher verfolgte Leopold mit der Gründung des Stiftes zeittypische Ziele, bei denen die Unterscheidung in religös-kirchlich und gesellschaftlich-politisch nicht so klar war, wie das heute der Fall wäre. Und er sicherte sein Stift wirtschaftlich ab, unter anderem durch die Etablierung von Weingärten, von denen der Kernbestand in Klosterneuburg und Wien tatsächlich seit 900 Jahren bruchlos in der Pflege des Stiftes steht. Auch die Weingärten in Tattendorf datieren schon auf das Mittelalter, werden aber intensiv erst seit 1953 bebaut.

Zuletzt erwarb das Stift 1975 die Weinlagen des Deutschen Ordens in Gumpoldskirchen. Alles in allem gehören heute zum Weingut Stift Klosterneuburg 108 Hektar, davon ein Drittel mit St.-Laurent-Reben bepflanzt, die tatsächlich von den Chorherren in der Anfangszeit des Stiftes nach Österreich gebracht wurden und sich von Klosterneuburg aus in andere Weinbauregionen verbreiten konnten. Nach dem stilistischen Ziel des Weinbaus in Klosterneuburg befragt, betont Weingutsleiter Wolfgang Hamm, daß der Stiftswein zweifacher Botschafter seiner Herkunft sein soll: zum einen hinsichtlich Region und Boden, aber auch im Blick auf das Stift als klarer, ehrlicher, handwerklich herausragender Wein. Deshalb hat das Stift auch immer intensiv an der Verbesserung der Kellertechnik gearbeitet und alle jene Innovationen eingeführt, die zu je größerer Schonung des Traubenmaterials beitragen.

Im Stift ist man überzeugt, daß es gerade diese Einstellung war und ist: dem Wein jeweils den Stempel der Zeit aufzudrücken – auch durch das Studium der Entwicklung der Stilistik anhand des Altweinarchivs –, die 900 Jahre Weingut im Stift Klosterneuburg wesentlich ermöglicht hat.

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67029 Klosterneuburger Jubiläumswein

Zum 900jährigen Bestehen des ältesten Weinguts Österreichs haben die Kellermeister des Augustiner-Chorherrenstifts Klosterneuburg einen Jubiläumswein geschaffen, eine Cuvée aus St. Laurent, Zweigelt und Merlot. Die Reben wachsen in Tattendorf in der Thermenregion, in den besten Rotweinlagen Österreichs also, und finden dort für ihren stark fruchtbetonten Charakter die idealen Voraussetzungen.

Der Wein wurde 20 Monate ausgebaut: 50% im großen Holzfaß, 50% im gebrauchten Barrique. Das Ergebnis ist ein intensiv dunkler, in der Nase beeriger Wein mit einem Duft nach Johannis- und Waldbeeren. Am Gaumen ist er saftig, und die wohldosierten Tannine aus dem Holz harmonieren mit seinem vollfruchtigen Aroma.
Die Lese erfolgte im Oktober 2011, also ist dieser große Rotwein durchaus noch jung und kann gut zwei weitere Lagerjahre vertragen, hat dann aber auch noch zehn Jahre Lagerpotential. Zu dunklem Fleisch ideal zu trinken, aber auch ohne Speisenbegleitung zu empfehlen.

Trocken. Alkoholgehalt 13 Vol.-%. 0,75-l-Flasche.

 

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„Ausstich“ bezeichnet eine Selektion aus den besten Fässern eines Jahrgangs. Ausgezeichnet durch Fruchtigkeit und angenehme Aromafülle, ist dieser Wein samtig-herb und von rubinroter Farbe. Im opulenten Duft, der Zeit und Luft braucht, um sich zu entfalten, spürt man Holunderbeeren, Zimt und Nelken.

Der St. Laurent ist komplex, besitzt perfekte Gerbstoffe und eine enorme Fruchtsüße: ein Premium Sankt Laurent, wie er besser kaum zu machen ist. Geeignet für eine Lagerung von 6 bis 8 Jahren.

Trocken. Alkoholgehalt 12,5 Vol.-%. 0,75-l-Flasche

12,50 

Grundpreis: 16,67 €/1l

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Eine große Bandbreite weisen die Veltliner-Qualitäten Österreichs auf, denn dort steht dieser Wein auf 36% aller Rebflächen. Das Stift Klosterneuburg verfügt mit dem Hengsberg am Ortsrand über eine 8 ha große Einzellage mit südöstlicher Ausrichtung.

Beim Veltliner, den man zumeist jung trinken sollte, kommt es auf eine ausgeprägte, frische Frucht in der Nase an, die ihren Widerpart hat in pfeffrigen, würzigen Noten am Gaumen. Ein frischer Begleiter für das festliche Mahl.

Trocken. Alkoholgehalt 13,5 Vol.-%. 0,75-l-Flasche.

12,00 

Grundpreis: 16,00 €/1l

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Diese Cuvée aus Zierfandler (=Spätrot)und Rotgipfler ist der Gumpoldskirchner Klassiker, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts als einer der besten Weine der Monarchie galt. In der Nase opulent und vielschichtig, erinnert er an tropische Früchte.

Am Gaumen präsentiert er sich saftig, komplex und von fast barocker Üppigkeit. Er paßt auch hervorragend zur asiatischen Küche.

Trocken. Alkoholgehalt 13,5 Vol.-%. 0,75-l-Flasche

11,50 

Grundpreis: 15,33 €/1l

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Zu den würzigen und hintergründigen Weißweinsorten gehören der Grüne Veltliner und der Welschriesling, aus denen die Cuvée für den Klosterneuburger Klostersekt brut bereitet wird.

Die frühe Ernte der Trauben unterstützt Frische und Würzaromatik und gibt dem Sekt eine feine Fülle am Gaumen. Mindestens 9 Monate auf der Hefe gelagert, feinperliges, anhaltendes Mousseux.

Trocken. Alkoholgehalt 12 Vol.-%. 0,75-l-Flasche

9,80 

Grundpreis: 13,07 €/1l

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Das Journal Culinaire dekliniert zweimal jährlich ein Lebens- oder Genußmittelthema aus der Perspektive von Kultur und Wissenschaft. Band 19 legt den Fokus auf die Arbeit im Weinberg und -keller und rückt somit die vielfältige Arbeit der Weinerzeugung in den Blick, die vor dem Genuß steht.

Deren wissenschafliche Aspekte beleuchten Dieter Hoppmann (Terroir), Hubert Konrad (Pflanzmaterial und Züchtungsmethoden), Randolf Kauer (Pflanzenschutz), Hans R. Schultz (Weinbau) und Doris Rauhut (Fermentationen).

Aus ihrer täglichen Praxis berichten Winzer wie Sebastian Fürst, Reinhard Löwenstein, Markus Schneider, Fritz Groebe und Georg Meißner. Im Forum berichtet Milchbauer Romuald Schaber über die konventionelle Milcherzeugung, Manfred Gareis führt nachdenklich Stimmendes zur mikrobiologischen Risikobewertung aus.

Der Psychologie des Essens widmet sich Michael Macht, und Friederich-Karl Lücke skizziert das Verfahren zum Schutz traditioneller Lebensmittel.

150 Seiten, 29,6 x 17 cm, Broschur. Edition Wurzer & Vilgis 2014.

14,90